Passend zum Standard - ein Tag auf einer Ausstellung

 

Wie schon beim Renn- und Coursingtag  beschrieben: Hier  geht es genauso am frühen Morgen los. Es gibt dabei nur einen kleinen -  für mich aber bedeutenden-  Unterschied: An diesem Tag wird nur die Vorführleine eingepackt (und natürlich Impfausweis  und Hundepass)  aber kein Maulkorb und keine Renndecke!

Wir fahren also los und ich bin auch hier ganz schön ungeduldig:  Etwas nervös sehe ich den Dingen, die da auf mich zukommen, entgegen. Auf dem Platz angekommen wird erst einmal ein schattiges Plätzchen für das Auto gesucht  und dann holt mein Mensch mich zu einem Spaziergang aus dem Auto. Eine kleine Runde drehen nach dieser Fahrt ist auch  sehr gut – so kann ich  mir zunächst  einmal die Füße vertreten und die aktuelle Tagespresse lesen...

Dann geht es zur Meldestelle.  Das  Meldegeld wird bezahlt und dafür erhält man einen Katalog, in dem aufgeführt ist, wer heute alles zur Schönheitskonkurrenz kommen wird und unsere Startnummer. Der Impfpass wird vom Tierarzt  kontrolliert. Ist alles o.k.,  heißt es warten, bis meine Rasse an der Reihe ist. Meistens ist es nämlich so, dass der betreffende Richter mehrere Windhundrassen zu beurteilen hat und normalerweise werden  die Rassen  in der Reihenfolge des Alphabets  gerichtet – so  sind wir Salukis eigentlich  immer ziemlich spät dran.

Die Wartezeit nutzt man dazu, noch ein bisschen das Outfit zu verschönern, etwas Fellpflege wird noch betrieben ( was ich sehr genieße!)  und  das Laufen und „gut stehen“ wird noch ein bisschen geübt (was ich weniger schätze...). Dann sind  endlich die Salukis dran. Ein  netter Mensch, der „Ringhelfer“,  ruft  zunächst die Saluki Rüden-Jüngstenklasse auf  - das sind die „Kleinen“ im Alter von 6 – 9 Monaten – danach die Rüden Jugendklasse (9-18 Monate), im Anschluss daran sind die Rüden „Offene Klasse“ (ab 15 Monate) dran – und dazu gehöre ich auch! Mein Mensch und ich gehen in den Ring und ordnen uns dort nach unserer Startnummer ein.  Mit mir stehen noch  ein paar  Kumpels im Ring.

Was machen wir  nur alle hier?  Zunächst lässt der Richter uns alle zusammen eine  Runde laufen. Da kann es schon mal zu kleinen Stolpereinlagen kommen -  laufen ja nicht alle gleich schnell. Ist schon  lustig,  kann ich Euch sagen,  wenn da so einige Menschen durch den Ring hüpfen...

Jetzt geht es an die Einzelvorstellung:  Jeder wird jetzt von dem Richter intensiv begutachtet und abgefühlt. Dazu diktiert er einem/r „RingschreiberIn“ den Richterbericht, in dem steht, was ihm gut und was ihm weniger gut gefällt – meist beginnt die Beurteilung mit dem Alter, dann wird der Kopf und die Zähne beschrieben (das Stehen und Anfassen ist ja alles kein Problem nur warum wollen diese Menschen immer meine Zähne sehen? Das mag ich eigentlich nicht so sehr, aber gut wenn es denn sein muß zeige ich auch gern mein Gebiß).  Nachdem nun meine Anatomie aufs Genaueste begutachtet wurde,  kann ich mal wieder etwas laufen. Eine Runde im Kreis und dann noch einmal eine Gerade vom Richter weg und auf ihn zu. Das war es dann schon fast - jetzt geht es wieder zurück in die Reihe und wir müssen darauf  warten, dass auch  die anderen beurteilt sind.  Bisschen langweilig für mich  - hoffentlich geht’s bald weiter...

 Hat der Richter sich alle Hunde genau angesehen, geht es an die Platzierung – die 4 Hunde, die dem Richter am besten gefallen haben,  werden auf den 1. – 4. Platz  gesetzt mit Wertnoten von „V“ – Vorzüglich, „SG“ – Sehr gut oder auch „G“ – Gut.

Nach der Offenen Klasse wird bei den Rüden noch die „Siegerklasse“ bewertet – das sind die Hunde, die schon einiges an Ausstellungserfolgen aufzuweisen haben!

Nachdem die Rüden alle bewertet sind, sind in derselben Reihenfolge (Jüngsten-, Jugend- Offene und Siegerklasse) die Hündinnen dran.  Die Sieger/innen müssen noch zu den Stechen um den „Besten Rüden“ und die „Beste Hündin“ sowie um das „BOB“ (Best of Breed – also der Beste der Rasse) in den Ring.

Der BOB-Hund darf dann im Wettbewerb um den BIS-Hund  (Best in Show – also den Besten aller gerichteten Rassen) in den Ehrenring – eine große Ehre!

Wenn der Richter mit dem Bewerten aller Rassen, für die er eingesetzt ist, fertig ist, dann sind auch die Richterberichte fertig. Unsere Bewertung holen wir natürlich ab und dann geht es wieder auf nach Hause.

Solche Ausstellungen brauchen wir, um evtl. Eltern  werden zu dürfen oder natürlich auch, um einiges an Titeln und Championaten zu bekommen.

Ich muss sagen : Wenn ich auch nicht so furchtbar viel getan habe an diesem Tag – ich bin trotzdem ganz schön geschafft nach so einer Ausstellung und bin froh, wenn ich mich abends Zuhause in meinen Korb kuscheln kann....

Dies  war nun der  letzte Tagesbericht von mir zum Thema Windhundsport. Ich hoffe, etwas zur Belustigung und vielleicht auch ein wenig zum besseren Verständnis beigetragen zu haben.

  Salukifreundliche Grüße von Peyam