Ein Tag auf einer Rennbahn.

Hier will ich die andere Windhunddisziplin einmal beschreiben – das Rennen!  Hier geht es nur um die Leistung - sozusagen ein Kräftemessen nach Zeit. An einem Morgen, auch meist ein Sonntag, wird wieder früh aufgestanden. Das Auto ist meist schon gepackt und es kann gleich losgehen. Die Fahrt führt zu einem Rennplatz, auf dem in den meisten Fällen ein Oval angelegt ist. Es sieht aus wie 2 U die miteinander verbunden sind - deshalb heißen diese Rennbahnen auch Doppel-U.  Es gibt meist zwei Renndistanzen: Einmal für die kleinen Rassen 375 Meter und dann  für die großen Rassen (so wie für mich) die 480 Meter. Gestartet wird aus einem Startkasten, damit  alle gleichzeitig loslaufen und so die gleichen Chancen haben.

    

Ein Renntag besteht aus mindestens 2 Läufen für jeden Hund. Der erste Lauf ist ein Vorlauf  und dann kommt noch der Finallauf . Bei großen Rennen mit hohen Meldezahlen gibt es natürlich mehrere Vorläufe und oft auch ein Halbfinale. Solch ein Halbfinale musste ich bisher noch nicht bestreiten (zum Glück - denn um so mehr Läufe es sind , um so anstrengender ist es natürlich).

 

        

 

Auf dem Platz angekommen geht es erst einmal heraus aus dem Auto und es wird ein kleiner Spaziergang gemacht. Ein wenig akklimatisieren ist immer wichtig und ich muss natürlich  ein wenig schnüffeln und alles markieren. Nachdem das getan ist,  geht es zur Anmeldung und zur Tierarztkontrolle. Bei der Anmeldung wird das Meldegeld bezahlt und der Katalog geholt , damit  die Zweibeiner wissen, wann wir denn endlich laufen dürfen. Der Tierarzt kontrolliert,  ob die gemeldeten Hunde alle in gesundheitlich einwandfreiem Zustand sind. Dann heißt es: Warten auf den ersten Lauf. In dieser Wartezeit gehen die meisten etwas spazieren bzw. ruhen sich noch etwas im Auto aus.  Kurz vor meinem ersten Lauf werde ich dann warm gelaufen,  damit ich auch richtig fit für den hohen Leistungsanspruch bin. So ein Rennhund ist ja eigentlich ein Hochleistungssportler.

    

Damit die Hunde unterschieden werden können,  bekommen wir Renndecken angezogen. Diese Renndecken gibt es in 6 Farben,  da maximal 6 Hunde zusammen laufen. Jetzt geht es endlich los. Mein Herrchen hat mich aus dem Auto herausgenommen und mir schon meinen kleinen „Mantel“ angezogen. Den Maulkorb, den wir alle tragen müssen,  damit keiner keinen beißen kann, hat er schon in der Hand.  Spätestens wenn ich den Maulkorb sehe,  weiß ich,  dass es gleich los geht und dann kann ich nicht anders :  Ich muss dann ein bisschen verrückt spielen. Ich springe dann an ihm hoch und  versuche meine Nase schon immer in den Maulkorb zu stecken, damit es schneller geht... Jetzt läuft er mich im Trab bzw. leichten Galopp warm. Wir werden aufgerufen zu unserem Lauf. Ab geht es zum Start. Hier wird noch die Startkastennummer für jeden Hund gezogen. Das Zeichen,  dass wir eingesetzt werden sollen,  kommt:  Rein in den Kasten und nun heißt es nur noch: Konzentration!  Darauf warten,  dass sich die Klappe öffnet und ich lossprinten kann...  Der „Hase“ kommt , die Klappe geht auf und looooos - rennen was das Zeug hält, schließlich will ich ja Erster sein.  Eine Runde laufen, laufen, laufen ....und dann hab ich ihn – der „Hase“ bleibt liegen. Nichts wie draufgestürzt und festgehalten. Aber schon ist Herrchen da und holt mich weg  - jeder Hund, der mitgelaufen ist, soll ja in den Genuss kommen, mal an der „Beute“  zu riechen. Jetzt wird ausgelaufen bis sich meine Muskeln wieder beruhigt und abgekühlt haben. Dann habe ich erst einmal eine Ruhepause,  bis es zum nächsten Lauf geht. Meist dauert die Pause einige Stunden, damit alle richtig erholt sind. Das gleiche Prozedere wie beim ersten Mal kommt jetzt noch einmal:  Fertigmachen und Laufen.

Wenn das Finale geschafft ist, gibt es eine Siegerehrung. Dort werden alle Hunde ,die im Finale waren und nicht disqualifiziert worden sind, noch einmal gezeigt und geehrt. In den meisten Fällen gibt es Pokale für die Zweibeiner. Dann ist der Tag eigentlich geschafft und ich bin so müde das ich schon im Auto auf der Rückreise anfange zu schlafen. Zu Hause angekommen gibt es dann endlich das lang ersehnte Futter. Ein solcher Tag auf einer Bahn kostet nämlich viel Energie und die wird jetzt wieder aufgefüllt.

Ich hoffe es hat  Spaß gemacht, die Beschreibung eines Renntages aus meiner Sicht zu lesen. Danke fürs Interesse J.

Liebe Grüße Peyam