Ein Tag bei einem Coursing

 

 

Auf dieser Seite versuche ich einfach einmal den Tag bei einem Coursing aus meiner Sicht zu beschreiben.

Losgehen tut die ganze Sache schon am frühen Morgen. Ist ein Coursingtag angesagt, muß ich sehr früh aufstehen, da wir meistens noch etwas mit dem Auto fahren müssen. Hund (ich) und Herrchen sind schon etwas aufgeregt, da immer etwas los ist, wenn wir mit dem Auto fahren. Ich weiß schon genau, um was es geht, wenn ich sehe, dass mein Herrchen eine Wasserflasche und einen Napf einpackt. Nimmt er dann auch noch die Renndecken zur Hand, kann ich mich kaum noch halten und renne nervös in der Wohnung herum. Angekommen auf einem Rennplatz (meist eine Wiese) geht es zuerst einmal zur Anmeldung und dann zur Tierarztkontrolle. Dort werden wir alle einem kleinen TÜV unterzogen, ob wir auch in der Lage sind, eine solche Veranstaltung mitzumachen. Ist dies geschehen, vergeht noch eine Weile, bis ich endlich laufen darf. In den meisten Fällen gibt es noch einige Programmänderungen, da einige Besitzer sich entschieden haben, doch im Bett liegen zu bleiben oder andere unschöne Sachen sind dazwischen gekommen. Die armen Kumpels, die so etwas Schönes verpassen. Ist der ganze Vorbereitungskram erledigt, geht es endlich los. Eingeteilt sind die Läufe nach den verschiedenen Rassen und im Normalfall laufen immer zwei Hunde zusammen, um das Jagdverhalten, die Geschicklichkeit und die Kondition zu beurteilen. Jetzt muß ich immer noch ein wenig warten, da ich als Saluki erst ziemlich zum Schluß dran bin. Die Einteilung erfolgt meist nach Rassen in alphabetischer Reihenfolge. Einige Zeit vor meinem Start holt mein Dosenöffner mich aus dem Auto und bereitet mich vor. Zum Vorbereiten gehört, dass ich etwas warmgelaufen werde und Renndecke und Maulkorb mitgenommen werden. Renndecke drauf und "Ab zum Start" heißt es jetzt. Kurz vor dem Start muß ich noch den Maulkorb anziehen und dann kann es losgehen.

Der Parcours ist gesteckt, die Schnur ist ausgelegt und ein künstliches "Häschen" hängt auch am Ende der Schnur. Der Parcours ist ähnlich den Umrissen eines schematischen Tannenbaumes gesteckt. Es sind Wendungen, Kurven und Geraden eingebaut, wo wir alle zeigen müssen, was wir können.

              

Endlich bin ich an der Reihe und darf mein Glück zum ersten Mal für den heutigen Tag versuchen. Los geht der wilde Lauf. Heute wollen sie uns aber ganz besonders ärgern: Solche spitzen Winkel hab' ich schon lange nicht mehr laufen müssen. Sehen und rennen was das Zeug hält. Ooh - das "Häschen" bleibt liegen. Also nichts wie draufgestürzt und festgehalten, bevor der andere Saluki kommt und es haben möchte. In den meisten Fällen müssen sich unsere Menschen etwas einfallen lassen, um uns von diesen Plastikbändern wieder los zu bekommen.

              

Das war dann der erste Lauf. Jetzt gibt es Punkte für das Verhalten, das wir gezeigt haben. Danach gibt es eine Pause, in der ich mich - wie natürlich auch alle anderen - erst einmal erholen darf. Meist gehen wir dann eine große Runde spazieren, dass ich "auslaufen" kann, wie die Menschen das nennen. Dieses Auslaufen ist enorm wichtig, damit unsere Muskeln nicht übersäuern und unsere Körpertemperatur wieder auf den Normalbereich zurückgeht. Bis zum zweiten Durchlauf ist nun noch eine ganze Menge Zeit, in der ich mich locker entspannen kann, z.B. durch eine Runde Schlaf im Auto. Dann geht die ganze Sache wieder von vorn los. Um uns ein wenig zu ärgern, wird für den zweiten Durchlauf der Parcours noch umgesteckt. So kann man sehen, ob wir auch wirklich das "Häschen" jagen oder uns den zuvor gelaufenen Parcours gemerkt haben. Haben wir alle unsere zweiten Läufe absolviert, gibt es ein paar nette Menschen, die rechnen, wie wir alle abgeschnitten haben. Durch die Punkteverteilung wird entschieden, wer am Ende der Sieger ist. Nachdem alles errechnet wurde, kommt für die Zweibeiner der Höhepunkt des Tages: Die Siegerehrung. Mit stolz geschwellter Brust werden dann die Auszeichnungen entgegen genommen. Meist sind es Pokale, die dann die Wohnung unserer Menschen zieren. Für uns ist dann meist noch ein Leckerchen drin, dafür, dass wir unseren Spass gehabt haben. Wenn alles vorbei ist, geht es natürlich wieder nach Hause und ich kann den Tag noch einmal in Ruhe überdenken. Meist träume ich an solchen Abenden sehr nett und laufe im Traum noch einmal alles ab. Das war aus meiner Sicht ein Tag bei einem Coursing. Ich hoffe, dass ich allen, die sich die Zeit genommen haben, bis hier zu lesen, und die vorher nicht wussten, was ein Coursing ist, dies ein wenig anschaulich machen konnte.

Vielen Dank und hundefreundliche Grüße Peyam